DBLP und bibliometrische Evaluationen?

Michael Ley

RWTH Aachen, Kolloquium der Fachgruppe Informatik, 9. Juli 2009

Zusammenfassung

Die Trierer Bibliographie "DBLP" enthält z.Zt. (Juni 2009) mehr als 1.2 Millionen Nachweise von Informatik-Fachpublikationen. Die Anfänge der Sammlung entstanden Ende 1993. Zunächst war DBLP eine spezialisierte Bibliographie für die Bereiche "DatenBanken" und "LogikProgrammierung". Später wurde die thematische Abdechung erheblich erweitert. Die noch lange nicht erreichte Wunschvorstellung ist eine Nachweisdatenbank für die gesammte Informatik.

Trotz aller Unzulänglichkeiten wird DBLP von vielen Informatikern als Werkzeug zur Literaturrecherche und bei der Zusammenstellung von Literaturlisten für eigene Veröffenlichungen benutzt.

Bei der Zusammenstellung von Programmkomitees wird DBLP oft zu Rate gezogen, um die fachliche Ausrichtung und Veröffenlichungsaktivitäten von Kollegen auf einen Blick einzuschätzen. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur umstrittenen bibliometrischen Evaluation von Personen, Arbeitsgruppen, Fachbereichen, Zeitschriften oder Tagungsreihen. Spätestens hier muß die Datengrundlage "DBLP" kritisch hinterfragt werden. Die bibliographischen Informationen in DBLP können in keinster Weise "vollständig" sein.

Der Vortrag soll eine realistische Einschätzung der Stärken, Schwächen und Entwicklungsmöglichkeiten von DBLP ermöglichen und Impulse zur Diskussion über die Rolle von Publikationen im Fach Informatik geben ...